Für den Bischof sind Sie vielleicht zu alt, für uns jedoch nicht

Pater Rainer Gaipl (SSCC) von den Arnsteiner Patres bietet als ehrenamtlicher Hausgeistlicher den Bewohnern des Marienhaus Seniorenzentrums St. Josef seelsorgliche Begleitung an

Heimleiter Sandor Sobothe (rechts) freut sich, dass Pater Rainer Gaipl (SSCC) als ehrenamtlicher Hausgeistlicher die Bewohner seelsorglich begleitet.

21.07.2017

Bad Breisig (as). Letztlich ist es Schwester M. Basina Kloos zu verdanken, dass das Marienhaus Seniorenzentrum St. Josef einen eigenen Hausgeistlichen hat. Pater Rainer Gaipl von der Genossenschaft der Heiligsten Herzen Jesu und Mariä (SSCC) – den sogenannten Arnsteiner Patres – wurde von Therese Schneider, der Krankenhausoberin des Marienhaus Klinikums Bendorf – Neuwied – Waldbreitbach, an die ehemalige Generaloberin der Waldbreitbacher Franziskanerinnen verwiesen, weil er auf der Suche nach einer neuen Aufgabe war. Mit seinen damals 75 Jahren hatte er das Rentenalter erreicht, und konnte in seinen Pfarreien Rieden und Volkesfeld in der Eifel nicht mehr weiter als Pastor tätig sein. ‚Für den Bischof sind Sie vielleicht zu alt, für uns jedoch nicht‘, habe Schwester M. Basina damals beim Kennenlernen zu ihm gesagt, erinnert sich der heute 84-jährige Ordensgeistliche. Und sie bot ihm an, ehrenamtlich als Hausgeistlicher in einem der Alten- und Pflegeheime der Trägerschaft tätig zu werden. „Ich habe mich für Bad Breisig entschieden“, so Pater Rainer, „und wurde im Februar 2009 von Schwester M. Basina und Rektor Baus in mein neues Amt eingeführt“. Im Marienhaus Seniorenzentrum St. Josef feierte er im April auch sein 60-jähriges Ordensjubiläum und sein 55-jähriges Priesterjubiläum.

Für die Bewohner des Hauses ist es ein Glücksfall, „dass wir einen eigenen Hausgeistlichen haben, der sie seelsorglich begleitet“, sagt Heimleiter Sandor Sobothe. Pater Rainer kann ihnen selbstredend mehr bieten, als es den Geistlichen möglich war, die zuvor neben all ihren vielfältigen Aufgaben das Marienhaus Seniorenzentrum St. Josef mitbetreut haben. Neben regelmäßigen Eucharistiefeiern finden jetzt zusätzlich Bibelgespräche, Kreuzweg- und Mai-Andachten statt. „Und wir beten gemeinsam den Rosenkranz“, so Pater Rainer. Viele Bewohner haben diese Andachten häufig besucht, als sie jung waren. „Ältere Menschen brauchen etwas für ihre Seele“, so Pater Rainer. Er kann sich in ihre Lebenssituation gut hineinversetzten, denn er gehört ihrer Generation an und lebt inzwischen auch im Marienhaus Seniorenzentrum St. Josef, da er selbst Unterstützung benötigt. Ganz besonders wichtig ist es ihm, dass die alten Kirchenlieder gesungen werden; denn sie sind den Bewohnern bestens vertraut. Oft können sie alle Strophen auswendig mitsingen. Und die bekannten Melodien schenken ihnen ein Stück Geborgenheit und helfen ihnen, sich wohl zu fühlen.

Darüber hinaus betreut er viele Bewohner auch persönlich und steht ihnen für Gespräche zur Verfügung. Er spendet ihnen die Krankensalbung und ist Beichtvater für sie. Wenn ein Bewohner verstorben ist und es gewünscht wird, dann führt er im Haus zusammen mit den Mitarbeitern und Angehörigen einen Gebetsgottesdienst zur Verabschiedung des Verstorbenen durch.

Die seelsorgliche Begleitung der Bewohner steht für Pater Rainer an erster Stelle. Er hat aber auch für die Mitarbeitern ein offenes Ohr, wenn sie ein persönliches Gespräch mit ihm führen möchten. Zusätzlich betreut er als Priester die Waldbreitbacher Franziskanerinnen, die in einem Konvent in der Nähe des Marienhaus Seniorenzentrums St. Josef wohnen und ebenfalls seelsorgliche Aufgaben im Haus übernehmen.

Geboren wurde Pater Rainer in der nordböhmischen Stadt Brüx (heute Most) in Tschechien. Durch Vertreibung kam seine Familie 1945 ins thüringische Eichsfeld. Hier lernte er die Arnsteiner Patres kennen und er spürten den Wunsch, Ordenspriester zu werden. Obwohl er erst 15 Jahre alt war, entschied er sich, seine Familie zu verlassen und das ordenseigene Internat und Gymnasium in Niederlahnstein zu besuchen, „denn schon damals war abzusehen, dass es in der Ostzone kaum möglich war, Ordenspriester zu werden“, erinnert sich Pater Rainer. Er hat nie daran gezweifelt, dass das der richtige Weg war. Die Seelsorge ist seine Berufung. „Und solange ich gesund bin und mein Verstand funktioniert, solange möchte ich im Marienhaus Seniorenzentrum St. Josef weiter als Seelsorger für die Menschen da sein“, sagt er.

Marienhaus Seniorenzentrum St. Josef

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53498 Bad Breisig
Telefon:02633 47 66 - 0
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