Im Kampf gegen tödliche Bakterien trainiert

12.02.2019

 

Mit (freundlicher) Genehmigung der Rhein-Zeitung

Multiresistente Keime sind nicht nur ein Problem von Krankenhäusern: Auch Pflegeeinrichtungen im Kreis wappnen sich

Von Redakteurin Beate Au der Rhein-Zeitung

 

Kreis Ahrweiler. Multiresistente Erreger (MRE) sind längst nicht mehr nur ein Problem von Kliniken. Auch Pflegeheime sind zunehmend davon betroffen. Sie sind im Kreis Ahrweiler eingebunden in den härter werdenden Kampf gegen Bakterien, denen die Antibiotika als wichtigste Waffen nichts mehr anhaben können. Ganz machtlos ist der Mensch also nicht.

„Wir müssen Infektionsketten unterbrechen oder vermeiden“, sagte Prof. Dr. Martin Exner, Leiter des Instituts für Hygiene und Öffentliche Gesundheit des Universitätsklinikums Bonn, bei der Verleihung des Hygienesiegels des Netzwerks MRE-Region Rhein-Ahr. Zwölf stationäre Pflegeeinrichtungen aus dem Kreis Ahrweiler haben es jetzt im Kreishaus erhalten. Neben Dr. Exner gratulierten Landrat Jürgen Pföhler und der Leiter des Gesundheitsamtes im Kreis Ahrweiler, Dr. Stefan Voss, den Vertretern der Einrichtungen mit großem Respekt in Zeiten von Pflegenotstand und Kostendruck. „Von der Reinigungskraft bis zur Einrichtungsleitung müssen alle verstehen, worum es geht, damit die Maßnahmen zum Schutz vor einer Infektion greifen können“, sagte Landrat Pföhler.

Alle ausgezeichneten Einrichtungen haben die zehn Qualitätsziele des Netzwerks im Hinblick auf ihre Hygienemaßnahmen erreicht. Das heißt, die Einrichtungen haben zum Beispiel einen Hygienebeauftragten ernannt, Verfahrensanweisungen des Netzwerks umgesetzt und hausinterne Schulungen zum Thema Hygiene absolviert. Acht Einrichtungen im Kreis Ahrweiler haben das Siegel bereits zum zweiten Mal erhalten. Es ist vier Jahre gültig.

Multiresistente Erreger kommen dort häufig vor, wo viel Antibiotikum eingesetzt wird und die Bakterien so eine Unempfindlichkeit entwickeln. Nach aktuellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts in Berlin erkranken in Deutschland jährlich etwa 54 000 Menschen an Infektionen durch MRE. Rund 2400 Menschen sterben daran. Dabei ist die Situation in Deutschland im Gegensatz zu Ländern wie Italien und Griechenland noch glimpflich. „Man muss sich die Frage stellen, ob man sich noch mit gutem Gewissen in eine italienische Klinik legen kann“, beschrieb Dr. Exner die dortige Lage als dramatisch und machte dafür auch die Ignoranz der Politiker verantwortlich. „Wenn noch mehr Resistenzen ausgebildet werden, kommen wir an die Grenzen unserer medizinischen Möglichkeiten“, warnte Dr. Exner davor, das Problem herunterzuspielen.

Sorgen bereiten ihm vor allem die hochresistenten sogenannten gramnegativen Erreger, wie etwa Escherichia coli. Sie sind schwer zu behandeln, neue Antibiotika gegen diese Bakterien seien für die nächsten Jahre nicht in Sicht. Und für Pharmafirmen sei die 1,5 Milliarden teure Entwicklung neuer Antibiotika keine Option mehr, sagte Exner. Die Lage im Kreis Ahrweiler beurteilt er positiv. Die Zahl der Fälle bewege sich auf niedrigem Niveau.

RZ Kreis Ahrweiler vom Dienstag, 12. Februar 2019, Seite 15 (0 Views)

 

Weitere Infos zum Siegel und zum länderübergreifenden Netzwerk MRE Region Rhein Ahr finden Sie unter www.mre-rhein-ahr.net

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